Andreas von Rétyi

»Club of Doom«: Was will der Club of Rome wirklich?

Im Jahr 1968 gründen vermeintliche Menschenfreunde einen ganz besonderen Club. Einen Club einflussreicher sowie ehrbarer Denker und Philanthropen. Sie wollen die Zukunft lebenswert gestalten, die Welt für uns alle retten. Doch hinter der Fassade stecken erschreckende Motive.

Wer vom Club of Rome hört, verbindet damit den Gedanken an eine Gruppe ethisch hochstehender Persönlichkeiten, die ausschließlich das Wohl der Menschheit im Sinn haben. Eine Elite von Weltweisen, deren Einschätzungen unbedingt gehört und umgesetzt werden müssen. Offiziell gegründet wurde der Club of Rome als geistiges Kind des talienischen Industriellen Aurelio Peccei und des führenden schottischen Wissenschaftlers Alexander King, der zeitweilig als Direktor für Wissenschaft, Technologie und Erziehung in der Pariser Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) tätig war. Das offizielle Ziel bestand kurz gesagt darin, Zukunftsprobleme der Menschheit durch eine ganzheitlich ausgerichtete, interdisziplinäre Forschung so früh wie möglich zu erkennen und Lösungsansätze zu formulieren. Man traf sich zur Konferenz in der ehrwürdigen Accademia Nazionale dei Lincei, der »Akademie der Lüchse« oder korrekter, der »Luchsartigen«. Diese Akademie der besonders scharfsinnigen Geister wurde bereits 1603 in Rom gegründet. Ihr bekanntestes Mitglied war kein Geringerer als Galileo Galilei.

Unverantwortlicher Unfug

Nach einigen Startschwierigkeiten formierte sich ein harter Kern der Konferenz, der sich schließlich »Club of Rome« (CoR) nannte. Im Jahr 1972 veröffentlichte der Club jene Studie, die weltweit für Aufmerksamkeit sorgte – Die Grenzen des Wachstums. Diese Studie wurde von der Volkswagenstiftung mit einer Million D-Mark unterstützt und im Auftrag des CoR vom Massachusetts Institute of Technology erarbeitet.

Das MIT analysierte fünf global wirkende Tendenzen: Industrialisierung, Bevölkerungswachstum, Ernährungsproblematik, Ausbeutung von Rohstoffreserven und wachsende Zerstörung des Lebensraums.

Die absoluten Wachstumsgrenzen seien bei einem Voranschreiten der Entwicklung »im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht«, so hieß es damals.

In Buchform veröffentlicht, wurde diese Untersuchung in einer Gesamtauflage von über 30 Millionen Exemplaren weltweit verkauft. 1973 erhielt der Club dann den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Vom Wert der Studie war allerdings nicht jeder Experte überzeugt. Der deutschstämmige US-Ökonom Henry Wallich, der an der Eliteuniversität Yale tätig war, bezeichnete das Werk als »unverantwortlichen Unfug«.

Seiner Ansicht nach habe der federführende US-Ökonom Dennis L. Meadows darin nämlich einige Katastrophenszenarien entworfen, die sich hervorragend nutzen ließen, um stark von politischen Zielen und Vorstellungen dominierte, allerdings durchaus subjektive Visionen für die menschliche Zukunft zu verbreiten. Der Report wurde in den folgenden Jahren und Jahrzehnten mehrfach überarbeitet, blieb aber stets bei seiner Grundaussage.

Verschwörungstheorien?

In seinen ersten Jahren agierte der CoR im Hintergrund und schien in den USA völlig unbekannt zu sein. Allerdings machte der britische Autor John Coleman bereits ein Jahr nach der Gründung auf den CoR aufmerksam. Auch über Coleman ist nur sehr wenig bekannt. Er selbst erklärte einmal, für den britischen Geheimdienst MI6 tätig gewesen zu sein. In seinem Autorennamen vermuten viele ein Pseudonym. Im Jahr 1970 erschien dann Colemans Buch The Club of Rome. Darin führt er die Gründung des elitären Clubs auf das geheimnisvolle »Komitee der 300« zurück, das seinerseits vom »schwarzen Adel« ins Leben gerufen worden sei. An der Spitze: das britische Königshaus. Jenes Werk wird natürlich als tiefste Verschwörungstheorie gehandelt.

Der Autor schreibt auch über die Gefahr, die von brutaler Rockmusik auf den menschlichen Geist ausgehe, und berichtet damals schon davon, dass das Komitee zur ungestörten Verwirklichung der Neuen Weltordnung die »Etablierung neuer, sexuell degenerierter Kulte« sowie unter anderem auch die »Akzeptanz von Homosexualität« und radikaler Exzesse anordne.

Was sich gegenwärtig in der Welt abspielt, geht weit über einiges hinaus, was Coleman ansprach. Bei aller Skepsis stellt sich jedenfalls zunehmend die Frage, ob Colemans »Verschwörungstheorien« nicht doch sehr real sind. Handeln die heutigen Agenten der vielbeschworenen Neuen Weltordnung denn nicht nach einem Schema, das auf eine Depopulation der Welt hinzielt? Und liefern die Aussagen des CoR nicht die beste Rechtfertigung dafür?

Wohlklingende Phrasen

Coleman sieht das mysteriöse »Komitee der 300« als Triebkraft des Übels. Er bezeichnete den Club im Jahr 1994 als eine der »heimtückischsten« Organisationen überhaupt, die den USA unfassbaren Schaden zugefügt habe. Aurelio Peccei habe erklärt, dass die USA mit ihrer ökonomischen und landwirtschaftlichen Entwicklung verantwortlich für den Fluch der Überbevölkerung seien. Wir müssten die Hälfte der Menschen loswerden, ganz gleich, wie sich dies erreichen ließe. Man habe den CoR nur installiert, um einen Angriff auf die Weltbevölkerung zu beginnen. Daher habe die elitäre Gruppe dann auch den Nullwachstumsplan vorgelegt.

Ein anderes Papier, das Coleman laut eigener Aussage von Insidern erhalten habe, lasse keinen Zweifel daran, dass die US-Mittelklasse zerstört werden müsse. Denn bei der künftig forciert vorangetriebenen Neuen Weltordnung sei sie der Stolperstein. Das große Ziel solle bis zum Jahr 2050 erreicht werden.

Vieles, was Coleman 1994 sagte, klingt heute wirklich kaum mehr nach einer Verschwörungstheorie. Von dem, was der CoR einst »prognostizierte«, bestätigte sich offenbar nur das, was damals geplant wurde.

Den Club of Rome sprach auch der fraktionslose deutsche Abgeordnete und Jurist Robert Farle im Oktober 2022 bei einer Bundestagsrede an. Damals betonte er unter anderem: »Angesichts explodierender Energiepreise, ausfallender Stromnetze, einer kaputten Währung mit galoppierender Inflation, Massenzuwanderung, Deindustrialisierung, eingeschränkter Meinungsfreiheit, drohender Massenarbeitslosigkeit und Zerstörung des Mittelstandes mit wachsender Armut fragen sich jeden Tag immer mehr Menschen: Was steckt hinter all diesen Entwicklungen? Meine Antwort ist: Die globale Agenda hierfür wurde 1992 auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro aufgestellt. Stichwort: ›Club of Rome‹.

Unter dem Deckmantel des Klimaschutzes und wohlklingender Phrasen von Nachhaltigkeit, Gleichheit und Gerechtigkeit verbergen sich ein totalitärer Staatsdirigismus, Mangelwirtschaft und die Kontrolle über alle Lebensbereiche der Menschen – kurz: die ganze links-grüne Agenda von Habeck und Co. Dahinter steht eine Kumpanei von Politik und Großkonzernen […] Wir haben in der Coronakrise sehr gut feststellen können, welchen Einfluss zum Beispiel Bill Gates auf die WHO genommen hat.«

Spätestens als der Name Bill Gates fiel, war aus der links-grünen Ecke spöttisches Geraune und Gelächter zu vernehmen.

Der eigentliche Kopf

Die heute bei der Umsetzung der neuen »Ordnung« führenden Leute finden sich laut den immer zahlreicheren Kritikern im Weltwirtschaftsforum (WEF) von Klaus Schwab. Doch auch dessen Denken gründet auf dem, was der stark vernetzte Club of Rome einst zementierte. Dieser Club, in der Selbstdarstellung ein »Visionär des Wandels«, vertritt letztlich eine menschenverachtende Sichtweise. Seine Mitglieder erklärten 1974 doch tatsächlich:

»Die Erde hat Krebs, und der Mensch ist der Krebs.«

Als tatsächlicher Gründer des Club of Rome wird oft David Rockefeller angesehen, der im Jahr 2017 im Alter von nahezu 102 Jahren starb. Rockefeller hatte sich nämlich 1968 mit Peccei zur Gründung des Clubs getroffen. Darüber schweigt allerdings die englischsprachige Homepage des Clubs.

Die Plattform Katholisches schreibt ihrerseits: »Der Club of Rome wurde zu einem zentralen Element, um das Märchen von der Überbevölkerung zu verbreiten«. Sie betont weiter: »Die Rockefeller Foundation ist schon seit 109 Jahren im Bereich der Eugenik und Bevölkerungskontrolle aktiv, die Ford Foundation immerhin seit 86 Jahren, um zwei führende Akteure zu nennen.«

Die Fakten und Hintergründe zum Club of Rome entzaubern ihn voll und ganz. Was Kritikern bleibt, ist blanker Abscheu.

Dieser Beitrag ist zuerst in KOPP Exklusiv (Ausgabe 35/23) erschienen.

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Samstag, 02.09.2023